Angeln mit Weitblick: die Geschichte des ASV Wasser e.V.

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Der Angelsportverein Wasser e.V. bei Emmendingen ist heute vor allem eines: ein Angelverein, der seine Gewässer, die Natur und die Gemeinschaft ins Zentrum stellt. Doch das war nicht immer so. Wie aus einem geselligen Verein im Breisgau ein Verein mit klarem Kurs auf Naturschutz, einen eigenen See und die nächste Generation wurde, ist eine Geschichte von Weitblick und Ausdauer – und von zwei Männern, die vorangingen.

Ein Generationenwechsel mit einer klaren Idee

Mit einem Wechsel in der Vereinsführung kam eine neue Generation in die Verantwortung. Zwei Namen stehen für diesen Aufbruch: Klaus Fuchs und Dieter Zäh. Gemeinsam übernahmen die beiden das Ruder, gemeinsam packten sie an – und bis heute führen sie den Verein Seite an Seite als erster und zweiter Vorsitzender. Mit ihnen kam eine Vision, die den ASV Wasser bis heute prägt: das eigene Gewässer, die Natur und die Gemeinschaft ins Zentrum zu stellen und den Verein aus eigener Kraft zu tragen.

„Nicht das nächste Fest, sondern das, was bleibt: ein eigener See, eine gepflegte Natur und ein Verein, der aus eigener Kraft besteht.“

Klaus Fuchs · 1. Vorsitzender

Angeln, Geselligkeit – und ein neuer Kurs

Der ASV Wasser war immer ein echter Angelverein – mit Leidenschaft fürs Wasser, Sinn für Gemeinschaft und einer gesunden Portion Geselligkeit. Die neue Vereinsführung stellte das nicht infrage, setzte die Schwerpunkte aber bewusst anders: Statt die Mittel vor allem in Feste fließen zu lassen, wanderten sie zunehmend dorthin, wo sie langfristig etwas bewirken – in das eigene Gewässer, den Fischbesatz, die Uferpflege und den Erhalt der Artenvielfalt. Aufgaben, die keine Bühne brauchen und selten beklatscht werden, aber genau das ausmachen, was einen Verein über Jahrzehnte trägt.

Der lange Kampf gegen das Springkraut

Kaum ein Projekt zeigt diesen Wandel so deutlich wie der Umgang mit dem Springkraut. Die eingeschleppte Pflanze breitet sich an Gewässerrändern rasant aus, verdrängt heimische Arten und lässt Uferböschungen im Winter kahl und erosionsanfällig zurück. Auf der Gemarkung des ASV Wasser war sie über Jahre ein hartnäckiges Problem.

Die Antwort war keine schnelle, sondern eine beharrliche: Jahr für Jahr, immer wieder, wurde das Springkraut ausgerissen – am besten, bevor es aussamen konnte. Diese Ausdauer hat sich gelohnt. Heute ist es längst nicht mehr das Problem von früher – ein Beweis, dass Naturschutz hier kein Wort auf einer Urkunde ist, sondern Handarbeit am Wasser.

Kurz erklärt: Warum ist Springkraut ein Problem?

Das Drüsige Springkraut wächst schnell und dicht und überwuchert heimische Uferpflanzen. Weil es einjährig ist, sterben die Bestände im Herbst ab und hinterlassen offene, ungeschützte Böschungen, die bei Hochwasser leichter abgeschwemmt werden. Wird es regelmäßig vor der Samenreife entfernt, lässt sich der Bestand über die Jahre deutlich zurückdrängen.

Und jetzt? Die nächste große Etappe

Wer meint, damit sei die Arbeit getan, kennt den Verein schlecht. Die nächste große Etappe steht längst bereit – und in ihrem Mittelpunkt steht der Vereinssee, das große, langfristige Projekt des ASV Wasser. Schritt für Schritt soll er fertiggestellt werden, bis in rund zehn Jahren ein vollständiger See als dauerhafte Heimat des Vereinslebens steht.

Dazu kommt der Blick auf die nächste Generation: eine wachsende Jugendarbeit, die junge Anglerinnen und Angler von Anfang an begleitet, und der Traum von einem eigenen Vereinsheim, in dem Ausbildung, Schulung und Gemeinschaft zusammenkommen. Und weil die Natur nie stillsteht, wartet auch schon die nächste Aufgabe im Kampf gegen invasive Arten.

Sechzig Jahre nach der Gründung ist der ASV Wasser ein anderer Verein als früher – und doch derselbe: eine Gemeinschaft, die zusammenhält und weiterdenkt. Was Klaus Fuchs und Dieter Zäh gemeinsam angestoßen haben, wächst bis heute weiter – und was 1965 mit acht Anglern begann, geht nun in seine nächste große Sequenz. Petri Heil.


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